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Entspannen Sie mal wieder

Entspannung lernen

ENTSPANNEN, das wollen wir alle mal.
Gerade jetzt in den Sommermonaten.
Die Sonne wärmt unsere Haut und tut unserer Seele gut.

Entspannt spazieren gehen, sich mal wieder treiben lassen, einen Film schauen, es sich am Abend gemütlich machen.
Nichts mehr hören und sehen.

Aber geht das immer so einfach?

Sind da nicht die Kinder, der Partner,  Freunde, die Eltern, Mails, Textnachrichten – und dann noch der kurze Blick auf den Terminkalender: “Ach Du meine Güte, das ist ja schon bald. Da muss ich mich ja auch noch drum kümmern.” Und schon ist es mit der Entspannung vorbei.

Mittlerweile gibt es viele Entspannungsangebote. Warum wohl? Weil wir ständig angespannt sind und es mit der Entspannung nicht leicht haben. Da werden Massagen angepriesen, Kurzreisen, Medikamente (bis hin zu Psychopharmaka), ein endloses Fernsehprogramm und noch vieles mehr. Und wenn es in der Beziehung dann auch nicht rund läuft, wir uns selbst nachdem nach Hause kommen nicht entspannen können, dann gibt es immer häufiger kleinere oder sogar größere Auseinandersetzungen und wir fühlen uns völlig ausgelaugt.

 

Warum Entspannung so schwer ist

Forscher haben in unserer westlichen Welt das Thema Entspannung erforscht und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen. Unser Leben ist – anders als in anderen Teilen der Welt – weitgehend verplant, eingeteilt, geregelt. Schon eine zehnminütige Verspätung des Partners kann uns in große Spannung versetzen. “Nie kommt er pünktlich!“ schießt es uns durch den Kopf. Der Blutdruck steigt, Stresshormone werden ausgeschüttet, wir fühlen uns nicht genügend gewertschätzt. Und dann geben wir anderen die Schuld dafür. Dem Arbeitgeber, der uns mit immer mehr Arbeit oder Zeitdruck auf die Nerven geht. Den Eltern, die uns mit Ihrem Wunsch nach mehr Kontakt und Unterstützung bedrängen. Dem Partner, der uns nicht mehr wirklich liebt…

Wie oft hören wir, wenn wir Paare danach fragen, was ein jeder in den letzten Tagen schönes für sich und mit dem Partner/der Partnerin unternommen hat: “Ich hatte wieder so viel um die Ohren.” Das bedeutet so viel wie: “Ich kann ich mich nicht auch noch um mich und unsere Beziehung kümmern.”

Aber genau das ist die Aufgabe, die dafür sorgt, dass es uns wieder besser geht. Und genau diese Aufgabe wälzen wir auf andere ab. Und da auch die anderen sich nicht drum scheren, geht es uns immer beschissener. Sorry für den Ausdruck, aber stimmt doch, oder?

Übrigens: Auf etwas GESPANNT sein ist etwas positives, wenn es mit freudiger Erwartung verbunden ist. Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass jemand, der auf etwas gespannt ist, sich gestresst gefühlt hat? Aber darum geht es ja jetzt nicht. Vielmehr geht es um die Frage: Wie kann ich mich entspannen, ohne gleich eine Reise planen zu müssen, ein Jahresabo im Fitnesscenter zu buchen oder andere kostspielige oder zumindest zeitintensive Dinge zu unternehmen? Wie komme ich in die Entspannung ohne mich dafür auch noch anstrengen zu müssen?

 

Wir alle brauchen Abwechslung

Und dafür sind wir selbst zuständig. Nicht der Partner. Nicht der Arbeitgeber. Nicht die Kinder oder Eltern.

Die Forschung hat folgendes Interessantes festgestellt: Wenn unser Gehirn permanent auf einer bestimmten Ebene und mit bestimmten Inhalten (emotional oder rational) beschäftigt wird, dann gibt es Ermüdungserscheinungen – also quasi emotionalen oder rationalen Muskelkater – , den wir als unangenehm oder sogar quälend empfinden. Unsere Daueranspannung verursacht nicht nur schlechte Laune, verschärft nicht nur Konflikte in der Partnerschaft, sondern kann auch massive körperliche Beschwerden verursachen! Neueste Forschungen zeigen, dass gerade unser Herz ganz extrem auf Stress reagiert. Durch die Ausschüttung der Stresshormone wird auch der Kalziumspiegel erhöht. Gelangt Kalzium ins Herz kann es zu einer – sogar kurzfristigen – Veränderung des Herzmuskels führen. Und damit zu akuten Herzbeschwerden!

Damit wir immer mal wieder Abwechslung in unser Leben holen, wurde übrigens so etwas wie URLAUB ” überhaupt erfunden”. Aber ist das wirklich unser Wunsch ans Leben, Abwechslung und damit Entspannung für ein paar Tage Urlaub im Jahr zu haben? Brauchen wir, die wir in einer sehr angespannten Zeit leben, nicht regelmäßig Entspannung?

Praktisch bedeutet das: Wenn es uns gelingt, sich auf etwas GANZ ANDERES zu konzentrieren, mal einen Tapetenwechsel vorzunehmen, dann können sich die dauerbeanspruchten Gehirnareale regenerieren. Nicht umsonst gibt es in jeder Kultur Musik, Theater, Sport und Spiele. Und wenn erst mal die überstrapazierten Gehirnwindungen regeneriert sind, dann sieht auch so manches nicht mehr ganz so bedrückend aus. Sie sammeln neue Kräfte, gewinnen Abstand, vielleicht eine neue Sichtweise.

 

So entspannen Sie mal wieder

Als Kind hatten wir die Gabe, intuitiv Dinge zu tun, bei denen wir uns entspannen und erholen konnten. Sobald wir erwachsen werden wird diese Gabe regelrecht ausgetrieben mit Sätzen wie: “Jetzt beginnt der Ernst des Lebens, streng dich an, Erfolg fällt dir nicht in den Schoß, hör auf dich wie ein Kind zu verhalten”  – und so weiter und so weiter…

Stellen Sie sich jetzt doch direkt einmal die Frage: Woran hatte ich als Kind oder Jugendlicher am meisten Spaß?“

Als wir uns die Frage gestellt haben, fielen uns folgende Dinge ein:

“Ich habe mich auf die Wiese hinter unserem Haus gelegt und die Wolken angeschaut. Je länger ich schaute, umso mehr Figuren habe ich in ihnen erkannt und das hat richtig Spaß gemacht.” Oder

“Ich habe mich auf mein Fahrrad gesetzt und bin einfach losgefahren. Ohne ein Ziel. Das war echt klasse, weil ich immer irgendwelche neuen Plätze entdeckt habe”.

Was fällt Ihnen ein? Was haben Sie als Kind oder Jugendliche/r gern gemacht? Tun Sie dies  ab jetzt so oft Sie können, und besonders dann, wenn es Ihnen nicht gut geht.” Sie halten das für kindisch? Dann machen Sie es erst recht! Denn dann sind Sie schon lange nicht mehr wirklich entspannt gewesen.

 

Wir wünschen Ihnen reichlich entspannte Momente, so wie Sie sie als Kind genutzt haben.

In diesem Sinne

Lassen Sie es sich wieder gut gehen…

Ihre persönlichen Coaches

Kerstin und Jörg Janzen