Narrenfreiheit an Karneval – auch in der Beziehung?

Untreue an Karneval – Für viele ist Karneval der Ausnahmezustand – auch in der Partnerschaft. Bestimmt kennst du das aus eigener Erfahrung: in der Faschingswoche nehmen es Frauen wie Männer oft nicht so genau mit der Treue, auch wenn sie in festen Händen sind. Vielen ist dabei bewusst, dass der Schatz zu Hause bestimmt nicht entspannt reagiert, wenn man an Karneval fremdgeht. Aber dennoch ist Aufhören oft keine Alternative.

 Wann beginnt Untreue denn eigentlich?

Hierzu stehen Frauen und Männer ganz unterschiedlich. Knutscht der Partner fremd, fühlen sich Frauen meist betrogen. Männer dagegen haben oft erst Gewissensbisse, wenn Sex mit ins Spiel kommt.

Jeder Seitensprung, wie auch immer er definiert wird und ob Alkohol im Spiel war oder nicht, erschüttert eine Beziehung in ihren Grundfesten. Auch wenn es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt. Der Partner fühlt sich emotional so tief verletzt, dass es meist zum Bruch kommt. Daher klärt vorher, ob die Regeln für diese Zeit gelockert werden. Beispielsweise kann ein kleiner Flirt oder das eine oder andere Küsschen durchaus erlaubt sein.

Es ist passiert – lohnt es sich, um die Liebe zu kämpfen?

Ist dein Partner trotz der getroffenen Abmachungen untreu, ist es erst einmal ein Schock, da die Welt aus den Fugen gerät. Und auch dein Partner kämpft mit den Folgen seines Handelns: mit seiner Schuld, dem Durcheinander der Gefühle und sicher auch mit der Angst, die Beziehung damit aufs Spiel gesetzt zu haben. Ihr beide solltet jetzt möglichst nichts überstürzen.

  1. Gefühle ordnen

Nach einem Seitensprung solltet ihr beide euch Zeit geben, eure Gefühle bewusst wahrnehmen, sie wertschätzen und ordnen. Offene Gespräche über mögliche Gründe und

Gefühle sind nun wichtig, um zu überlegen, wie es weitergehen soll: Kann derjenige von euch, der betrogen wurde,überhaupt verzeihen? War es für denjenigen, der fremdgegangen ist ein einmaliger Ausrutscher oder stimmte einiges in der Beziehung schon länger nicht mehr? Gibt es einen Weg, mit dem ihr beide klarkommen könntet?

  1. Gefühlsausbrüche zulassen

Meist hat derjenige, der fremdgegangen ist unrealistische Erwartungen: Wer untreu war, möchte das ganze am liebsten so schnell wie möglich vergessen machen. Stellt der andere Fragen, bricht in Tränen aus oder hat Wutausbrüche, dann empfindet der „Täter“ hierfür oft kein Verständnis. Dabei sind die emotionalen Ausbrüche und das Klagen wichtig, um das Geschehene überhaupt verarbeiten zu können. Ob am Ende ein Verziehen möglich ist, hängt auch maßgeblich von der emotionalen Unterstützung seitens des Fremdgängers ab.

  1. Kann ein Paarcoaching helfen?

Wenn ihr nicht wisst, wie ihr miteinander umgehen sollt, eure Gespräche in der Sackgasse zu enden drohen und ihr im Gefühlschaos nicht wisst, welche Chancen eure Beziehung überhaupt noch hat, dann kann ein Paarcoach für Klarheit und neue Wege sorgen.       

Als Paarcoachs bieten wir euch einen neutralen Rahmen, sprechen offen mit euch über eure Bedürfnisse und Gefühle sprechen – vielleicht auch ob es möglicherweise in eurem sexuellen Leben Unzufriedenheiten gibt. Oft sind die Enttäuschungen und der Schmerz auf beiden Seiten so groß, dass die Kraft für ein allmähliches sich wieder annähern nicht ausreicht.

Hier kann ein Paarcoach eine wertvolle Unterstützung sein. Wir bieten euch – oder auch erst nur einem von euch – ein kostenloses Kennenlernen an. Wenn ihr beide euch eine zweite Chance geben wollt, dann besprechen wir, wie das Coaching gemeinsam oder auch eventuell einzeln erfolgen kann und welches Ziel ihr konkret mit dem Coaching verfolgen wollt. Natürlich kann sich während des Coachings auch herausstellen, dass es für eure Beziehung keine Chance mehr gibt. Dann unterstützen wir euch gern dabei, durch eine faire und einvernehmliche Trennung den Schmerz nicht noch zu vergrößern.

Auch wenn die Verletzung gerade unglaublich schmerzt und du dich nur noch verkriechen willst, kann diese Krise eine Chance für einen Neuanfang sein – gemeinsam oder jeder für sich.

Wir wünschen dir und deinem Partner in der Karnevalszeit und auch danach alles Gute! 

Lasst es euch gut gehen…

Dein Team „Mein Persönlicher Coach“

Die Sehnsucht nach den wahren Gefühlen, der Romantik in uns

Manchmal fühlen wir uns wie im falschen Leben, weil wir etwas tun müssen, was wir gar nicht tun wollen. Sowohl im Beruf wie auch in unseren Beziehungen sind soziale Fähigkeiten wesentlich stärker gefragt als früher. Hier müssen wir kommunikationsstark sein, unsere Gefühle kontrollieren, empathisch sein. Damit wir mit unseren Kunden, unserem Partner auch ja korrekt umgehen können.

Es fühlt sich dann vielleicht sogar so an, als sollten wir zu Menschen nett sein, die wir, so wie sie sich gerade verhalten, überhaupt nicht mögen. Das ist enorm anstrengend. In diesen Momenten kämpfen wir innerlich gegen unseren Fluchtreflex an und verharren in der Situation. In uns steigt dann oft die Sehnsucht nach dem Echt-sein auf. Der Wunsch, seine wahren Gefühle zeigen zu dürfen. Unserem Gegenüber einfach mal die Meinung sagen zu dürfen oder ihn stehen zu lassen und für sich selbst zu sorgen. Doch wie oft spielen wir die Rolle des sympathischen und verständnisvollen Mitarbeiters, des liebenden Partners. Vielleicht sogar bis zur Perfektion. Die Folge ist dann: der Mitarbeiter des Monats spürt sein Unwohlsein gegenüber dem barschen Kunden, dem nichts richtig zu machen ist, nicht mehr. Und die Ehefrau schluckt ihren Frust herunter, statt ihrem Partner zu sagen, dass sie sich gekränkt fühlt, weil er wieder nicht mit ihr gemeinsam den Abend verbracht hat. Stattdessen reißen sich beide zusammen und spielen die Rolle, die von ihnen erwartet wird: Verständnis zeigen, auf den Gesprächspartner eingehen, die eigenen Gefühle in die tiefste Ecke unseres Seins verbannen. Wir müssen uns eben nur noch etwas mehr anstrengen… dann werden wir auch irgendwann richtig glücklich sein. Doch dabei bleiben wir selbst auf der Strecke. Nicht umsonst steigen die Zahlen an Burnout Erkrankten immer drastischer an. Und nicht umsonst sehnen sich immer mehr Menschen nach Echtheit, nach wahren Gefühlen, nach Romantik.

Hör` auf die Stimme, hör` was sie sagt

Ich beobachte in unseren Coachings und Paarberatungen immer wieder, dass es ganz tief  in uns eine Instanz gibt, die sehr genau weiß, dass es sich bei manchen Gefühlen um eine Selbsttäuschung handelt. Schauen wir uns manche Hochzeitspaare an. Da kann man schon absehen, dass die Ehe nicht lange halten wird. Aber sie ziehen die romantisch durchgestylte Hochzeit mit weißer Kutsche, Rosen und so weiter durch. Es soll schließlich der schönste Tag im Leben werden. Und bei der perfekten Inszenierung durch den Hochzeitsplaner übermannt es dann sogar den einen oder anderen und er oder sie hält das Erlebnis für authentisch, für die große Liebe. So stark kann unsere Sucht nach Romantik, nach echten, tiefen Gefühlen sein. So stark, dass wir auf unsere innere Stimme nicht mehr hören.

woman embracing sweetly his dog while looking the viewLeider bringen uns diese inszenierten Gefühle keine Befriedigung. Zumindest nicht auf Dauer. Doch was können wir tun? Wie entkommen wir der ewigen Sucht nach dem wahren, dem vollkommenden Leben? Warum drängt es uns Menschen immer stärker danach, bei jeder Gelegenheit ein Selfie zu schießen um den Moment einzufangen, der unser „wahres Ich“ zeigt? Warum werden wir immer süchtiger nach Authenzität? Die Sucht nach dem wahren Ich ist nicht anders als die Drogen- oder Spielsucht. Man scheint den eigenen Bedürfnissen ein Stück näher zu kommen, aber eben immer nur für einen kurzen Moment. Die Befriedigung hält nicht lange an. Echtheit, Authenzität, Glücklichsein sind Begriffe, die nichts mit unserem Alltag zu tun haben. Unser Leben ist nicht immer nur glücklich und wunderschön. Und wir können es auch nicht sein. Wir bekommen oft suggeriert, wir müssten uns ständig optimieren, ständig an uns arbeiten, dann klappt das auch mit dem Glücklichsein. Doch das ist eben nur ein Trugbild.

“I am what I am!”

Bestimmt kennst du diesen Song von Gloria Gaynor. Er schenkt dir Entspannung und Frieden! Sei öfter einfach so wie du bist und nicht wie andere dich haben wollen.

Lasst es dir wieder gut gehen… Happy Sunday!

Deine Kerstin vom Team „Mein Persönlicher Coach“

Fotos: © Volker Witt – Fotolia.com, cristina_conti – Fotolia.com